„iPad-Schulter“: Was ist das?

Die Benutzung der mobilen Endgeräte, wie z. B. Smartphone und Tablet ist in der heutigen Bevölkerung nicht mehr wegzudenken. In vielen Fällen ist die Benutzung jedoch mit einer unnatürlichen Körperhaltung verbunden. Unser Bewegungsapparat ist primär nicht dafür ausgelegt, häufig und wiederholt den Blick zu senken (auf das iPad starren). Auf Dauer kann dies zu muskulären Verspannungen und Schmerzen im Bereich des Nackens und der Schulter führen.

Aus diesem Grund ist die „iPad-Schulter“ ein Synonym für haltungsbedingte Verspannungen und Reizzustände im Bereich des Nackens und der Schulter. Besonders das Hochhalten und Drehen des Tablets und das Beugen des Halses nach vorne ist dabei für unsere Schulter und den Nacken ungesund.

Eine mögliche Ursache für diese Überlastung ist eine ungesunde Körperhaltung beim Nutzen digitaler Inhalte auf mobilen Geräten. Durch wiederholtes Hochhalten des Geräts wird der Raum zwischen Schulterdach (Akromion) und Oberarmkopf auf Dauer überlastet und verengt. Die dort verlaufenden Weichteile (z. B. Sehnen und Schleimbeutel) werden infolgedessen komprimiert, was zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion im betroffenen Bereich führen kann.

Natürlich kann eine Überlastung im Bereich der Schulter und des Nackens auch andere Ursachen haben:

  • Haushalt (z. B. Fenster putzen)
  • Beruf (monotone Arbeit in ungewohnter Position)
  • Sport und Freizeit (z. B. untrainiert beim Gewichtheben oder Crossfit)

Dadurch sind Betroffene in ihrer Bewegungsfreiheit am Schultergelenk stark eingeschränkt. Auch äußerer Druck, z. B. beim Schlafen auf der Seite kann die Symptomatik verstärken.

Aufgrund der Schmerzen beim Abspreizen des Armes kann die iPad-Schulter auch als Sonderform des Impingement-Syndroms (Engpass-Syndrom) oder als Rotatorenmannschetten-Syndrom angesehen werden.

Durch eine falsche Kopfhaltung über längere Zeit können Verspannungen und Schmerzen im Hals- und Nackenbereich entstehen.

Der Arzt fragt nach Alltagsgewohnheiten, wie zum Beispiel körperlicher Belastung bei der Arbeit, in der Freizeit oder beim Sport, sowie der Nutzung des Tablets, um die Ursache der Schmerzen herauszufinden.

Ein gängiger Test zur Diagnose eines Impingement-Syndroms ist z. B. der painful arc-Test. Dieser ist positiv, wenn zwischen einer Abduktion des Armes von 60°-120° Schmerzen auftreten (siehe Bild).

Einen verengten Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf kann der Untersucher z. B. durch ein Röntgenbild oder andere bildgebende Verfahren erkennen. Des Weiteren kann man bereits durch Druck geschädigte Weichteile, z. B. den Schleimbeutel, im Ultraschall darstellen.

Die Therapie klingt simpel: Entlastet werden Schulter und Nacken, wenn man die Nutzungszeit an mobilen Bildschirmgeräten reduziert.
Bei starker Schmerzsymptomatik kann der Arzt entzündungshemmende Medikamente vorschlagen.

Physiotherapeuten können mit gezielten Übungen die Muskulatur im Schulterbereich stärken und die Beweglichkeit wiederherstellen.

Auch der Einsatz von orthopädischen Hilfsmitteln, wie z. B. die BORT OmoTex, kann in Betracht gezogen werden. Schultergelenk-Kompressionsbandagen können aufgrund ihrer komprimierenden Eigenschaft das Gelenk stabilisieren und die Durchblutung fördern. Zudem besitzt die BORT OMOTex die Möglichkeit, die schmerzhafte Abduktionsbewegung durch eine zusätzliche Zügelführung einzuschränken.

Da Smartphone und Tablet in unserer heutigen Zeit nicht wegzudenken sind, sollte man folgendes bei der Benutzung beachten, um seinen Bewegungsapparat nicht zu überlasten:

  • Regelmäßige Pausen während der Benutzung einlegen.
  • Wechseln statt verharren: In regelmäßigen Abständen Position ändern.
  • Einseitige Belastungen vermeiden: Wechseln der Körperhaltung hilft, die Belastung gleichmäßiger zu verteilen.
  • Tablet, wenn möglich, auf Augenhöhe, um Wirbelsäule zu entlasten.
  • Hilfsmittel, wie z. B. Tablet-Halterungen, unterstützen eine ergonomische Haltung.
  • Kopf über der Schulter halten, nicht davor.