Jeder Mensch besitzt durch die embryonale Funktion der Nabelschnur (später Bauchnabel) eine natürliche Schwachstelle in der Bauchwand. Durch diese können sich Teile des Darms hinauswölben bzw. hindurchdrücken und einen Nabelbruch verursachen. Dies ist je nach Größe in Form einer Auswölbung am Nabel zu erkennen.

Darstellung einer Versorgung mit einer Nabelbruchbandage. Die Pelotte wird mit der Noppe auf der Bruchpforte am Bauchnabel positioniert.

Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Nabelbruchs haben vor allem Babys und Kleinkinder, da deren Bauchdecke entwicklungsbedingt im Bereich des Nabels noch nicht vollständig verschlossen ist. Jedoch wird bei dieser Altersgruppe oftmals eine spontane Rückentwicklung des Nabelbruchs beobachtet.

Nabelbrüche im Erwachsenenalter entstehen meist aufgrund einer Bauchwandschwäche in Kombination mit einer Druckerhöhung im Bauchraum. Diese kann unter anderem durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Übergewicht (erhöht den Druck auf die Bauchwand)
  • Husten (z. B. bei Lungenerkrankungen)
  • Starkes Pressen (z. B. beim Stuhlgang)
  • Schwere Arbeit, Kraftsport
  • Vergangene Operationen im Bauchbereich

Besonders Schwangere haben aufgrund der hormonellen Umstellung (lockeres Bindegewebe) und dem Druck des Babys ein höheres Risikoeinen Nabelbruch zu erleiden.

Nicht jeder Nabelbruch ist symptomatisch, sondern kann auch völlig unbemerkt bleiben. Je stärker der Nabelbruch ausgeprägt ist, desto deutlicher können sich folgende Symptome zeigen:

  • Sichtbare, tastbare Vorwölbung im Bereich des Bauchnabels
  • Druckgefühl im Bereich des Bauchnabels

Oftmals lässt sich der Nabelbruch durch Druck oder manchmal auch im Liegen reponieren (zurückverlagern).

Eine schwerwiegende Komplikation ist die sogenannte Inkarzeration (Einklemmung der Hernie in der Bruchpforte). Diese geht in der Regel mit starken Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen einher. Da der betroffene Darmabschnitt in diesem Fall nicht ausreichend mit Blut versorgt wird, ist dies ein Notfall!

Der Arzt kann neben der Anamnese und Inspektion durch Abtasten (Palpation) einen Nabelbruch erkennen. Während der Patient z. B. hustet oder presst, ist ein Nabelbruch in der Regel gut fühlbar.

Bei Unklarheiten kann der Arzt durch bildgebende Verfahren, wie z. B. Ultraschall, die Diagnose bestätigen.

Je nach Größe und Symptomatik des Nabelbruchs kann der behandelnde Arzt eine konservative oder operative Therapie in Betracht ziehen.

Operativ wird der ausgetretene Darmteil (Bruchsack) durch die Bruchpforte zurückgeführt und die geschwächte Stelle in der Bauchwand stabilisiert.

Konservativ kann der Arzt orthopädische Hilfsmittel, wie z. B. die BORT Nabelbruchbandage, verordnen. Diese stabilisiert durch elastisches Material den Bereich um den Bauchnabel und besitzt zusätzlich eine anatomisch geformte Pelotte, welche den Nabelbruch durch die Bruchpforte reponieren kann. Eine wichtige Voraussetzung ist hierbei, dass der Bruch auch tatsächlich durch die Bruchpforte zurückgeschoben werden kann.

Darstellung einer Versorgung mit einer Narbenbruchbandage. Die Pelotte wird auf der Bruchpforte positioniert.

Einem Nabelbruch im Baby- oder Kleinkindalter lässt sich in der Regel nicht vorbeugen, da diese oftmals auf Verhalten (z. B. Schreien) und anatomietypische Ursachen zurückzuführen sind.

Erwachsene, besonders Schwangere können durch folgende Maßnahmen das Risiko eines Nabelbruchs senken:

  • Bauchinnendruck erhöhende Faktoren vermeiden (u. a. Pressen / Husten oder schwere körperliche Arbeit)
  • Übergewicht reduzieren
  • Verstopfungen meiden (Pressen beim Stuhlgang)
  • Geeignete Stärkung der Bauchmuskulatur