Spinalkanalstenose: Was ist das?

Damit unser ca. 1 cm dickes Rückenmark vor Reibung und Druck geschützt wird, verläuft es durch einen schützenden Kanal, den Spinalkanal (auch Wirbelkanal genannt). Dieser ist i. d. R. so gebaut, dass das Rückenmark reibungslos hindurchlaufen kann.

Im Laufe des Lebens können verschleißbedingte Veränderungen an den Strukturen auftreten, welche den Spinalkanal bilden. Dieser Umbau kann eine Verengung des Spinalkanals bewirken und dadurch Druck auf Rückenmark bzw. Spinalnerven erzeugen. Ein häufiges Resultat sind z. B. Schmerzen oder neurologische Ausfallerscheinungen.

Betroffen ist in den meisten Fällen die Lendenwirbelsäule, aber auch andere Wirbelsäulenabschnitte, wie z. B. der Halswirbelbereich, können betroffen sein.

Schematische Darstellung einer Spinalkanalstenose durch knöcherne Veränderungen am Wirbel. Man kann deutlich die Bildung von Knochenanbauten (Spondylophyten) im Bereich des Wirbelkanals erkennen, welche den Nerv komprimieren.

Eine Spinalkanalstenose kann hinsichtlich ihrer Ursache in eine primäre und eine sekundäre Form eingeteilt werden.

Von einer primären Spinalkanalstenose spricht man, wenn eine angeborene Verengung des Wirbelkanals vorliegt.

Die sekundäre Form beschreibt eine Verengung (Stenose) des Spinalkanals durch altersbedingte/degenerative Veränderungen an Bandstrukturen, Bandscheiben und knöchernen Anteilen (Spondylophyten). Zudem können weitere Veränderungen an der Wirbelsäule, wie z. B. Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) die Entstehung einer Spinalkanalstenose begünstigen.

In den meisten Fällen dominiert die sekundäre (altersbedingte) Form.

In Folge der Verengung im Wirbelkanal werden Teile unseres Rückenmarks oder der Spinalnerven komprimiert. Da Nerven allgemein keinen Druck vertragen, kann es je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt zu folgenden Symptomatiken kommen:

  • Belastungsabhängige Schmerzen (auch ausstrahlend) - je nach Aktivität
  • Parästhesien (krankhafte Empfindung ohne erkennbare Ursache) und Kribbeln
  • Lähmungen oder Taubheitsgefühle

Die Lokalisation der Symptomatiken unterscheidet sich je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt.

Da in den meisten Fällen die Lendenwirbelsäule betroffen ist, sind oftmals die unteren Extremitäten (Po, Beine) betroffen.

In der Regel entwickelt sich eine Spinalkanalstenose über viele Jahre hinweg. Daher ist der Beginn der Erkrankung und die Bildung der Symptomatik schleichend.

Neben der Anamnese (Befragung zum Erkrankungshergang und Symptomen) und der körperlichen Untersuchung kann der Arzt durch bildgebende Verfahren, wie z. B. CT oder ein MRT, eine Verengung (Stenose) im Spinalkanal feststellen.

Ergänzend können Sensibilitäts- und Reflexprüfungen zur Diagnosefindung beitragen.

Die Beschwerden können denen eines Bandscheibenvorfalls sehr ähneln. Durch weitere Untersuchungen bzw. bildgebenden Verfahren kann der behandelnde Arzt die Krankheitsbilder klar voneinander unterscheiden.

Die Therapie kann konservativ (ohne Operation) oder operativ erfolgen.

Die konservative Therapie zielt in erster Linie darauf ab, den Betroffenen mobil zu halten und die Schmerzen zu lindern. Dabei können beispielsweise Medikamente und Physiotherapie zum Einsatz kommen.

Begleitend kann der behandelnde Arzt eine Orthese, wie z. B. die BORT DorsoXpress 4 verordnen. Die Orthesenkonstruktion kann dabei helfen, die natürliche Krümmung (Lordose) in der Lendenwirbelsäule zu verringern. Dadurch entsteht mehr Platz im Wirbelkanal und der Druck auf die Nerven wird reduziert. Hierdurch können Schmerzen gelindert und der LWS-Bereich entlastet werden.

Eine operative Therapie kann der Arzt beispielsweise vorschlagen, wenn bereits Lähmungserscheinungen auftreten oder die konservative Therapie keine Linderung erzielt. Ziel der operativen Therapie ist eine Dekompression (Drucklinderung) im Wirbelkanal.

Da in den meisten Fällen eine alters- und verschleißbedingte Ursache zu Grunde liegt, sollte man auch schon im jungen Alter darauf achten, seine Wirbelsäule nicht zu stark zu belasten.

Andere Grunderkrankungen sollten therapiert und ein vorhandenes Übergewicht reduziert werden.

Rückenfreundliche Alltagsgewohnheiten bei der Arbeit und in der Freizeit (z. B. richtiges Heben und Tragen) helfen dabei, den Rücken zu entlasten.

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