Wirbelfraktur: Was ist das?
Unter einer Wirbelfraktur versteht man einen Knochenbruch an unserer Wirbelsäule. Dieser kann entweder nur den Wirbelkörper betreffen oder auch andere Teile des Wirbels, wie z. B. den Wirbelbogen, den Dorn- und/oder den Querfortsatz.
Je nach Ausprägung und Lokalisation gibt es signifikante Unterschiede in der Symptomatik und der Behandlung.
Wirbelbrüche lassen sich in stabile und instabile Frakturen einteilen.
Stabil: Meist alleinige Beteiligung des Wirbelkörpers (vorderer Teil), ohne Verletzungsgefahr für das Rückenmark.
Instabil: Beteiligung von Strukturen, welche den Wirbelkanal bilden, es besteht die Gefahr der Verletzung des Rückenmarks.
Eine genauere Einteilung kann beispielsweise auch nach dem Drei-Säulen-Modell1 erfolgen.
Wirbelfrakturen werden mit ca. 50 % am häufigsten an der Lendenwirbelsäule diagnostiziert, gefolgt von der Brustwirbelsäule mit ca. 30%.2

Stabile Wirbelkörperfraktur

Instabile Wirbelkörperfraktur
Wirbelfrakturen können durch direkte Gewalteinwirkung (traumatisch bedingt) entstehen oder die Folge einer anderen Grunderkrankung sein.
Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Stoffwechselerkrankung Osteoporose, die einen krankhaften Knochenstoffwechsel beschreibt. Dadurch wird mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut - es entsteht ein ,,geschwächtes Knochengerüst‘‘, das weniger belastbar und somit anfälliger für Frakturen ist. Man spricht hierbei von einer ,,Sinterungsfraktur‘‘ (kontinuierliches Zusammensinken des Knochens).
Schematische Darstellung einer Sinterungsfraktur eines Wirbelkörpers

In manchen Fällen können ein Tumor oder Metastasen die Wirbelsäule schädigen, sodass eine Fraktur entsteht.
Neben den allgemeinen Symptomen einer Knochenfraktur können sich bei einer Wirbelfraktur folgende Symptome beobachten lassen:
- Hämatombildung (Bluterguss am betroffenen Wirbelsäulenabschnitt)
- Bewegungseinschränkung/Schonhaltungen
- Bei Verletzung des Rückenmarks oftmals neurologische Ausfallerscheinungen
- Sensibilitätsstörungen
- Lähmungen
In schwerwiegenden Fällen kann eine Wirbelfraktur zu einer Querschnittslähmung führen.
Bei Osteoporose-Patienten zeigen sich anfänglich oftmals keine Symptome.
Neben der allgemeinen Anamnese (Befragung zum Unfallhergang, z. B. Sturz oder Schlageinwirkung/Anprall) ist die körperliche Untersuchung ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnosefindung. Optisch kann der Arzt beispielsweise Hämatome, Bewegungseinschränkung oder verhärtete Muskeln erkennen.
Bei Rückenmarksverletzungen berichten Betroffene häufig über verschiedene neurologische Symptome, wie z. B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln.
Auch Informationen über Vorerkrankungen, wie z. B. Osteoporose, sind für den Arzt von Bedeutung.
Bildgebende Verfahren, wie z. B. ein CT, können die Erstdiagnose bestätigen.
Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung (stabil oder instabil) und deren Region/Lokalisation.
Liegt eine instabile Wirbelfraktur vor, wird der betroffene Bereich i. d. R. operativ gesichert/stabilisiert, um eine Verletzung des Rückenmarks zu verhindern.
Bei einer stabilen Wirbelfraktur wird bevorzugt konservativ (Behandlung ohne Operation) therapiert. Neben Medikamenten und ,,Schonungsmaßnahmen‘‘ können auch Orthesen, wie z. B. die BORT DorsoXpress 3-6, zum Einsatz kommen. Orthesen zur Entlastung der Lendenwirbelsäule/Brustwirbelsäule unterstützen den Heilungsprozess, indem sie den verletzten Bereich entlasten.
Da Wirbelfrakturen häufig infolge von Traumata oder Unfällen auftreten, ist eine gezielte Sturz- und Unfallprävention wichtig. Dazu zählen etwa das Entfernen von Stolperstellen im Wohnbereich sowie das Tragen rutschfester Schuhe. Gleichgewichtstraining kann dabei helfen, einen Sturz zu vermeiden.
Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen können dabei helfen, Stürze im Haus zu vermeiden.
Ältere unsichere Personen sollten zudem eine Gehhilfe verwenden.
Regelmäßige und angemessene Aktivität sorgt allgemein für eine Stärkung des Skeletts und der Muskulatur.
Erkrankungen, wie z. B. Osteoporose, lassen sich nicht vorbeugen, sollten aber leitliniengerecht therapiert werden.
Allgemein helfen eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung, um unsere Knochen zu stabilisieren.