„Mausarm“: Was ist das?
Die Büroarbeit prägt den Alltag vieler der rund 46 Mio. Erwerbstätigen1 in Deutschland. Dabei sind unter anderem das Handgelenk und der Arm besonderer Belastung ausgesetzt.
Durch wiederholte Bewegungsabläufe (v.a. im Handgelenk) in Kombination mit einer für den Körper ungünstigen Haltung, kann es am Arm zu einer schmerzhaften Überlastung kommen. Aus diesem Grund wird der „Mausarm“ unter Fachleuten auch als RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury, dt. = „Verletzung durch wiederholte Belastung“) genannt.
Eine unnatürliche Haltung am PC-Arbeitsplatz kann auf Dauer ein Überlastungssyndrom an Hand und Ellenbogen hervorrufen (schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz). Zusätzlich kann es zu Beschwerden an der Wirbelsäule (z. B. am Nacken) kommen.
Faktoren wie z. B. Sport oder Arbeiten im Haushalt können eine ähnliche Überlastung hervorrufen. Das Krankheitsbild Tennis- und Golferarm (Epicondylitis) kann dem des „Mausarmes“ ähneln.
Außerdem kann der Faktor Stress bei der Entstehung eine entscheidende Rolle spielen. Da durch Stress die Muskelspannung im Körper erhöht wird, kann das Risiko einer Überlastung steigen.
Anfänglich zeigen sich folgende Symptome oftmals erst während längerer Belastungsperioden:
- Missempfindung wie z. B. Kribbeln an der oberen Extremität
- Kraftlosigkeit im Handgelenk oder in den Fingern
Schmerzen treten in diesem Frühstadium eher selten auf. In der Regel bessert sich die Symptomatik, sobald die Belastung reduziert oder ausgesetzt wird.
Im weiteren Verlauf können die Beschwerden an Intensität zunehmen. An den Gelenken (z. B. Handgelenk oder Ellenbogen) lassen sich unter Umständen belastungsbedingte Schwellungen und Bewegungseinschränkungen beobachten.
Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto stärker werden i. d. R. die Schmerzen, auch schon bei geringer Belastung.
Weitere Krankheitsbilder, welche sich aus dieser Überlastung ähneln sind z. B. der Tennisarm oder das Karpaltunnelsyndrom.
Der behandelnde Arzt wird während der Anamnese vorhandene Risikofaktoren (z. B. Arbeitsgewohnheiten, Stress oder sportliche Belastung) erfragen, welche bei der Entstehung eine Rolle spielen.
Während der körperlichen Untersuchung lokalisiert der Arzt den genauen Schmerzort und testet die Bewegungsfreiheit der betroffenen Gelenke.
Andere Grunderkrankungen, wie. z. B. das Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung, weiß der behandelnde Arzt abzugrenzen, auch wenn diese sich ähneln.
In der Regel bessert sich die Symptomatik allmählich, wenn die Belastung reduziert wird. Daher wird der Arzt eine konservative Therapie (Behandlung ohne Operation) vorschlagen, um den Mausarm zu behandeln. Bei einer akuten Symptomatik (Entzündung, Schmerz und Schwellung) kann der Arzt medikamentös eine Linderung erzielen und zusätzlich ein medizinisches Hilfsmittel, wie z. B. Bandagen oder Orthesen, verordnen.
Eine begleitende Physiotherapie kann helfen, die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen und die Muskulatur zu stärken.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Behandlung der Schmerzen, da sich auf Dauer in unserem Gehirn ein Schmerzgedächtnis bilden kann (chronischer Schmerz), welches die Schmerzwahrnehmung nachteilig verändert.
Orthopädische Hilfsmittel wie z. B. die BORT ManuBasic® oder BORT EpiBasic, fördern durch ihre Kompression die Durchblutung und tragen zur Schmerzlinderung und leichter Stabilisierung bei.
Um Begleiterkrankungen, wie z. B. den Tennisarm oder das Karpaltunnelsyndrom, zu behandeln, stehen Orthesen, wie beispielsweise die BORT ManuStabil® kurz oder die BORT EpiContur®, zur Verfügung.
Ergonomie am Arbeitsplatz kann dazu beitragen, das Risiko zu senken, sich einen „Mausarm“ zu ,,erarbeiten‘‘:
- Richtige Haltung am Arbeitsplatz: Infos hierzu gibt es bei den Berufsgenossenschaften.
- Ergonomische Arbeitsmittel, z. B. ergonomische Maus und Tastatur, helfen eine natürlichere Haltung im Handgelenk zu erreichen.
- Handballenauflage zur Druckreduzierung
Zusätzlich helfen folgende allgemeine Punkte, das Risiko zu verringern:
- Wechselnde Arbeitstätigkeiten
- Regelmäßige Pausen
- Entspannungsübungen für die obere Extremität
- Reduzierung von Stressfaktoren
- Monotone Belastungen vermeiden


1Erwerbstätige in Deutschland (Beschäftigung) - Statistisches Bundesamt